Mittwoch, 12. Januar 2011

There´s a light that never goes out.

Ich werde derzeit mit vor Staunen offenem Mund Zeugin eines kleinen Wunders. In meinem engsten Umfeld haben sich zwei Menschen scheinbar gefunden! Offensichtlich ergibt sich wirklich hin und wieder ein Zustand, in dem gegenseitige Zuneigung und Timing genau am richtigen Ort aufeinandertreffen, und ab und an wische ich mir jetzt verschämt ein Tränchen der Rührung aus den Augen, wenn ich die zwei zusammen sehe. Ich habe nun ausgerechnet, dass – wenn wir in diesem Tempo so weitermachen – der gesamte Freundeskreis gegen 2025 unter der Haube ist. Diese Zahl vor Augen will man dem berlinisierten Klientel zurufen, dass man damit anfangen solle, diese bescheuerte Bindungsangst abzulegen, bis einem das komische Glashaus wieder einfällt. Was bleibt uns also? "…wachen, lesen, lange Briefe schreiben… in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben"? Ja, auch das. Das Schöne ist, dass man nun getrost nachts in eine Decke gewickelt aus dem Fenster schauen und The National hören kann, ohne der winterlichen Verzweiflung gänzlich anheim zu fallen. Die Gehwege sind größtenteils auch wieder eisfrei und was die Herzen betrifft, bin ich besserer Hoffnung! Danke und Glückwunsch J&J!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

wie hoch ist die wahrscheinlichkeit, dass zuneigung, timing, ort, äußere umstände UND die aktuelle phase des sich-selbst-findens zueinanderpassen? ich glaube mittlerweile, dass allein das schicksal darüber entscheidet, ob man sein glück allein oder in einer familie finden muss bzw. darf.

Anonym hat gesagt…

Das mit der BB (Berliner Bindungsangst) scheint mir dabei aber keine ganz unwesentliche Rolle zu spielen. Schicksal ist doch - wie so oft- das Abgeben von Verantwortung.
Unsereins muss ja schon Wochen und Monate mit sich hadern, bis ersie sich dann traut, aus dem eigenen emotionalen Schneckenhaus hervorzublinzeln. Und wenn einem dann ein kalter Windstoss entgegen kommt, weil niemand so lange gewartet hat (warum auch?), zieht man die Fühler lieber wieder ein, verkriecht sich in Arbeit und Verpflichtungen (da würde eine Bindung ohnehin nur im Weg stehen) und wartet lieber weiter darauf, gefunden zu werden, wo man nicht gefunden werden kann.
Ein Hoch auf die innere Verkrüppelung!

Anonym hat gesagt…

das liegt aber oft nicht in bindungsangst, sondern einfach in enttäuschung, ernüchterung und selbstschutz begründet... wenn man denn mal blinzelt, wird es kurz ganz hell, um danach wieder in eine lange dunkelheit geschickt zu werden. vielleicht hat man dann einfach keine lust mehr, sich immer wieder blenden zu lassen in der gefahr, irgendwann ganz zu erblinden

Anonym hat gesagt…

Meine Rede! aber das ist kein Schicksal sondern Selbstbestimmung (auch wenn sich die natürlich in Abhängikeit zu den ganzen anderen an Krüppeln befindet).

Sally Cinnamon hat gesagt…

Aber aber!! Doch bitte nicht so negativ! Vielleicht ist es eine reine Glaubensfrage, ob man es Schicksal, Zufall oder Glück nennen will. Ich selber glaube an Zufall. Im Grunde wollen doch viele das Gleiche, nur passt das mit der Gegenseitigkeit oft nicht, und wenn doch, kann es immer noch am Timing scheitern. Wir laufen vielleicht täglich aneinander vorbei, wer weiß? ...aber wie sollen wir uns auch erkennen, es ist doch meistens dunkel. Das berlinspezifische (was aber auch für andere große Städte gilt) Problem ist doch nur, dass es so viele Menschen gibt, an denen man vorbeigeht. Da kann man schonmal durcheinander kommen. Für den Fall, dass man doch mal denkt, klar zu sehen, halte ich es trotz einiger bitterer Erfahrungen mit den Trembling Blue Stars:

Applying the brakes may well protect you;
Boundaries in place will keep a heart safe.
But I think love should come with madness,
That there is no road you should not take.
Surviving isn´t everything.
I'd rather drown than not dive in.

Wo ist das Messser, in das ich hineinrennen muss?

Heinrich hat gesagt…

und so bin ich mir heute mit renate eindeutig einer meinung... aber ich war ja ohnehin immer der optimistische realist hier.

alles wird gut... und all die unerträglichen schmerzen auf dem weg dorthin gehören zu mir wie das summen in meinem gehirn und meine kopfstimme bei Knowing Me, Knowing You!

Sally Cinnamon hat gesagt…

Wir sind immer einer Meinung, und wenn wir mal nicht einer Meinung sind, freuen wir uns um so mehr...

Memories good days bad days
they'll be with me always.

Melosine hat gesagt…

Na klar wird alles gut! Und der naechste Fruehling kommt auch bestimmt und dann wird es nicht nur in Berlin wieder hell, sondern auch in den anderen grossen Staedten und dann blinzelt man sich vielleicht doch mal ganz verlegen gegenseitig an, wenn man so im Park rumsitzt!
Klasse wird das!
So! und ich freu mich schon auf 2025, wenn wir dann alle gemeinsam Rentner-Hochzeit feiern!

Anonym hat gesagt…

Ich sag' nur... "everything will flow"... es wird ein tolles Jahr - für jeden von uns!
... und ich erfreue Euch dabei mit einem Lächeln im Gesicht...

j