Donnerstag, 10. März 2011

If you don't like what's being said, change the conversation.

Ich finde, ich habe einen sehr großen, sehr schweren Kopf. Das war erst kürzlich wieder Anlass für Gelächter, als ich laut darüber nachdachte, statt Mützen lieber direkt Kissenbezüge zu tragen. Unter Umständen werde ich dieses Bild nun nie mehr los. Tatsächlich glaube ich, dass der Kopf aus reiner Notwendigkeit so groß ist. Nicht etwa, weil ich so schlau bin und so viel dort drin Platz finden muss – wobei, ein bisschen schon auch! – sondern vielmehr, weil die Gedanken immer von einer Ecke in die andere wollen und ich so schlecht f o k u s s i e r e n kann. Es handelt sich also unterm Strich mal wieder um ein Disziplinthema. Das wird in seiner Hartnäckigkeit langsam etwas lästig und schon befürchte ich, dass es sich um eines dieser Dinge handelt, die man sich "im Alter" zwangsläufig auflädt und vielleicht nie wieder los wird – etwa so wie Kurzsichtigkeit, Knieprobleme und nachlassende Anpassungsfähigkeit. Vielleicht kann ich mich aber auch nur so schlecht konzentrieren, weil ich immer denke, ich müsse dem Verhalten der Anderen quasi vorgreifen und antworten, ehe ich gefragt worden bin, am besten das, was der Gegenüber hören will? Das ist jedoch absurd und fast schon Roulette. Natürlich gibt es genug Menschen, die man ziemlich schnell durchschaut und bei denen es kein Problem ist, die Themen zu steuern oder direkt wegzuhören, aber die sind uninteressant und können in dieser Betrachtung vernachlässigt werden. Andere sind direkt gleich völlig egal und fallen natürlich auch raus. Wichtig ist der Rest und da dachte ich heute Nachmittag zwischen dem Abwägen der widersprüchlichen Standpunkte in Tolstois Kreutzersonate (ich muss ab und an meine Intellektualität herausstreichen, sonst bleibt das höchstens noch unbemerkt) und der Verzückung bei der Betrachtung des Spreefederviehs (ersetzen Sie "Intellektualität" durch "Naturverbundenheit", et voilà) darüber nach, dass einem eigentlich nur eins bleibt: Den eigenen Text gut draufzuhaben und sich weniger am Gegenüber als an sich selbst zu orientieren. Zugegeben, das ist leichter gesagt, als getan, aber alles andere hat uns ja auch nirgends… ach was sag ich, es hat uns überhaupt erst hier hin hingeführt (was noch viel schlimmer ist!). Jetzt muss ich nur noch das Drehbuch finden, meinen Text lernen, das Unterbewusstsein ausschalten, alte Muster ablegen, einen Plan machen und dann…. werdet Ihr aber staunen!

Kommentare:

600m hat gesagt…

wenn du des pudels kern gefunden hast, schick ihn mir bitte... ich könnte den auch grad gebrauchen...

Sally Cinnamon hat gesagt…

See above. Ein Versuch.