Mittwoch, 4. August 2010

Sommerloch?

Welt, atme auf, ich habe mir eine Gitarre zugelegt! Während unseres Tagesausfluges nach Brighton (siehe 2 Einträge weiter unten) hielt ich auf einem Flohmarkt (nacheinander, nicht gleichzeitig) mehrere Gitarren in den Händen, was sich einfach großartig anfühlte. Wenn ich meinen lieben Eltern eine Sache übel nehme, dann dass sie mich als Kind nicht gezwungen haben, ein Instrument zu erlernen. Kann sein, dass es dazu jetzt recht spät ist, erst neulich sagte mir ein Auskenner, mein Alter spräche eher gegen mich, aber ich will mich nicht entmutigen lassen, also haben Jördis und ich uns vorgenommen, uns an Weihnachten jeweils ein Lied auf der Gitarre vorzuspielen. Zu allem Überfluss werden wir uns sicher selbst auch noch singend begleiten – nur gut, dass man an den Feiertagen generell ein wenig nachsichtiger und / oder eh ständig betrunken ist. Jördis wird ein Lied von Hefner vortragen (welches habe ich im Zuge eines sonntäglichen Ausfluges in den Pfeffi leider vergessen), ich habe mir "Music when the lights go out" von den Libertines (wird meine Peter Doherty Verehrung eigentlich langsam wunderlich?) ausgesucht, wobei ich noch lernen muss, parallel zu rauchen und zu spielen (und zu singen!), was als verschärfte Schwierigkeit angesehen werden kann.

Ganz generell hatte ich kürzlich übrigens festgestellt, dass ich es in letzter Zeit hier ein wenig an neuen Konzepten und Schnapsideen mangeln lasse – man könnte fast meinen, ich sei seriös geworden. Mitnichten! Man kommt halt einfach zu nichts, grad im Sommer! Gestern dachte ich zwischen Tür und Angel darüber nach, dass ich mich seit Ewigkeiten nur noch von Fertiggerichten ernähre, oder direkt außer Haus esse. Ich hatte mir das Leben, in dem nur noch Zeit für Fast Food bleibt, irgendwie glitzernder vorgestellt. Das ist wie damals, als ich eines Freitagnachts in einer Wohnung im nordspanischen Nichts dem traurigen Schauspiel beiwohnen musste, wie Menschen in Pyjamas und Plüschhausschuhen mit lustigen Tiergesichtern Kokain konsumierten. Ab da hatte alles, was "zur Nase reingeht" jeden Glamour für mich verloren. Das hat aber sicher auch sein Gutes, denn nur so konnte ich es klaren Kopfes bis zur Gitarre a.k.a. meiner neuen fixen Idee schaffen.

Et voilà: Bogen gespannt – Eintrag zu Ende!

Kommentare:

Melosine hat gesagt…

sehr schoen!
vielleicht uebe ich auch mal ein Lied ein? die dazu notwendige Gitarre habe ich ja schon lange. aber sie spielt sich einfach nicht von selbst und steht statt dessen stehts mit vorwurfsvoller Haltung in der Ecke. nichts desto trotz macht sich so eine Gitarre im Wohnzimmer auch bei Besuch immer gut.
"Wow, du hast ne Gitarre?" bekommt man da des oefteren zu hoeren.
Man kann sich da ja auch mit eher vagen Antworten dann so verhalten, als wuesste man genau, was mit Selbiger zu tun ist.

Hatten wir uns in Brighton an sich nicht noch andere Dinge vorgenommen?

Ach, ich hab ja schon wieder Alles vergessen. Und kann es noch nicht mal auf Pfeffi schieben. aber ich bin ja auch schon ueber 30, da braucht man fuer Vergesslichkeit keine Ausreden mehr.
Und so hat dann doch alles wieder seine Vorteile.

Sally Cinnamon hat gesagt…

Ausreden mit Hand und Fuß! Ein Konzept, für dass DU nochmal ein Bienchen ins Muttiheft bekommst!

Und Du kannst Dich für Weihnachten gern noch anschließen, z.B. könntest Du Obladi Oblada spielen - Du hast über die Jahre vielleicht vergessen, WIE gern Du dieses Lied immer mochtest!

Und psst! Ich habe die Gitarre ja z.T. auch nur, um männlichen Besuch zu beeindrucken. Wenn sie dann wollen, dass ich spiele, mache ich einfach einen anderen Zaubertrick, dann vergessen sie die Frage :-D

mole_muc hat gesagt…

alle die nicht schon mal versucht haben ne band zu gründen
werfen ihren Eltern vor die Musikerziehung vernachlässigt zu
haben. Dabei waren wir damals froh über / in Pfützen springen
zu dürfen. Nur Streberzöglinge waren jeden Dienstag beim
Musikunterricht wie uncool war das denn?

Sally Cinnamon hat gesagt…

Quatsch! Sooo oft sind wir nun auch nicht in Pfützen gesprungen! Da hätte man nebenbei noch bequem Akkordeon lernen können. Jetzt bleibt uns nur die Triangel, oder - wie in meinem Fall - Selbstüberschätzung!

Anonym hat gesagt…

Ich muss mole_muc beipflichten - ich war so ein Dienstagnachmittagmusikschulenkind.

Grossartige Querfloetentoene hab ich gespuckt. 7 lange Jahre lang. MItten in der Pubertaet hab ich meine Floetenlehrerin bestochen und ihr aller 2 Wochen Gitarrenlessons abgerungen, statt pusten.

Und was hats gebracht? Nuescht! Ich kann weder Jethro Tull gescheit imitieren, noch Klampfe spielen. Und durch Pfuetzen huepfen kann ich auch nicht richtig.

Aber das muss man ja in Australien auch nicht so oft ;)

Sally Cinnamon hat gesagt…

Also, falls DU wirklich jemals uncool warst, hattest Du das bis zu unserem Kennenlernen aber mehr als abgelegt - anderfalls hätten wir ja auch gar nicht erst mit Dir gespielt ;-)

Für Deinen nächsten Fronturlaub nehmen wir uns ein paar Pfützen vor, erinner mich dran (nicht, dass mir ein Pfeffi dazwischen kommt), wobei Du Dich letzten Herbst in sehr viel größeren Gewässern ja auch mehr als tapfer geschlagen hast. Ich mache mir also keine Sorgen!

Melosine hat gesagt…

und wir armen westkinder hatten weder Gitarrenunterricht (obwohl mich dummchen damals ja noch eher das Piano gereizt haette) noch Pfuetzen.
Dafuer war der Westen zu sehr aufgeraeumt.
Immerhin haben sich meine Eltern meiner fixen Idee Trompete zu lernen, trotz der Qualen, die Sie dann erleiden mussten, nicht in den Weg gestellt.
Gluecklicherweise habe ich nach 3 Wochen meinen eigenen Irsinn eingesehen und dies wieder seingelassen.
Ich werde dann einfach das Tamburin bedienen auf der Buene. Oder ich werde das Quoten-Keyboard Maedchen von ner Band, das stets dekorativ in der Ecke steht und nur ca. 2 Toene spielen koennen muss.

Melosine hat gesagt…

Mir ist uebrigens durchaus bewusst, dass Buehne sich normalerweise mit h schreibt.
Kuenstlerische Freiheit hab ich mir in vorherigem Post mal herausgenommen.
Rock'n Roll!!!!

Sally Cinnamon hat gesagt…

Wenn es nur dieses "h" gewesen wäre...

Ich habe Dir ja immer gesagt, dass Du mit ein wenig Durchhaltevermögen heute bei Belle and Sebastian die Trompete bedienen würdest! Aber whrscheinlich hättest Du als Rock`n Roll-erin da eh nicht richtig reingepasst. Somit ist ja alles gut im aufgeräumten Westen. Oder nicht?

mole_muc hat gesagt…

" ... bei Belle and Sebastian die Trompete bedienen" !!

wo ist die nächste Pfütze - dann doch lieber Sandburgen bauen oder Baumhäuser.

allerdings den Bass wie Peter Hook ... das wäre was. Gestern gabs "Control" im dritten - danach ist schon wieder klar dass "musik" und "drama" Geschister snd.

Sally Cinnamon hat gesagt…

Natürlich gehören Musik und Drama zusammen - ich habe jetzt die fehlende Saite erstanden, das Drama ist nur wenige Minuten von uns entfernt - bei der Musik könnte es etwas länger dauern...

BTW: "bedienen" hatte ich ganz bewusst gewählt, glaube mir.