Montag, 17. August 2009

Sport frei!

Ich habe mich verliebt. "Schon wieder?" könnte man fragen. Ja, schon wieder, und zwar wie meistens wider besseren Wissens, tragisch, Hals über Kopf und natürlich mit Ansage!

"FC Union; Unsere Liebe, unsere Mannschaft, unser Stolz, unser Verein, Union Berlin!"

Ich habe das Gefühl sehr viel angekommener zu sein, seitdem ich nun ganz sicher bin, auch meine fußballerische Heimat in Berlin gefunden zu haben. Düstere, kalte Nachmittage, Haare raufen, Unzufriedenheit, Enttäuschungen, sinnloses vor sich hin Starren, nachmittägliche Trunkenheit, ja sogar Tränen sind natürlich fest eingeplant, aber das ist egal, solange man nur davon überzeugt ist, dass es das wert ist – also ganz wie im richtigen Leben! (Wie bitte?) Auch und immer wieder übrigens im Sinne des gloriosen und bisher an allen Fronten spektakulär befolgten Jahresmottos: I´d rather drown than not dive in.

Hinzu kommt, dass ich mir seit meinem Ausflug ins Olympiastadion am gestrigen Abend eine sehr interessante Frage stelle, und zwar nicht: "Ob er wohl gedopt ist?" oder "Wann fällt die 9,50?", nein! Ich frage mich ernsthaft (!), wie wohl der Tagesablauf einer Kugelstoßerin aussieht – ganz abgesehen davon, dass mir nicht ganz klar ist, wie man überhaupt zu einer solchen Sportart gelangt, wo es doch so abwechslungsreiche Dinge wie Siebenkampf oder Hürdenlauf gibt. Ich stelle mir das jedenfalls so vor: Man wacht gegen 9 Uhr morgens auf, uns beißt erstmal herzhaft in den Marsriegel, der neben dem Bett bereitliegt. Dann dreht man sich 5-6 mal um die eigene Achse und wirbelt so in die Küche, nimmt dabei im Flur eine Orange aus dem Fruchtkorb, welche man mit viel Geschick in Richtung Spüle stößt. Trifft man, gibt es 4 Spiegeleier mit Speck zum Frühstück, trifft man nicht, gibt es keinen Speck. Meine Fantasie gibt zu dem Thema aber dann leider nicht viel mehr her. Klar, man bewegt sich fort, indem man sich irgendwie dreht, statt Dinge von A nach B zu tragen, wirft bzw. stößt man sie und nebenher nimmt man um die 4000 Kalorien jeden Tag zu sich. Aber ist das auf Dauer nicht alles ein wenig eintönig? Naja, immerhin muss man nicht auf die Linie achten, was ja auch seine Vorteile hat – wobei man dann natürlich sagen muss, nicht alle stars of track and field are beautiful people. Wie dem auch sei, trotz allem Herzlichen Glückwunsch, Nadine Kleinert aus Magdeburg!

Behandelt Dr. Müller Wohlfahrt eigentlich auch psychische Beeinträchtigungen?

Kommentare:

Melosine hat gesagt…

du solltest ich da mal mit janina in verbindung setzen ... die kennt sich aus, in der kugelstosser-welt :-)

ich hingegen habe herzhaft gelacht!

Polly Pocket hat gesagt…

ich weiß gar nicht, was ihr habt?! kugelstoßen schaut doch super aus! und die drehen sich doch gar nicht so richtig im kreis. das ist maximal ein halbkreis, den sie da beschreiben. ganz anders als die hammerwerfer eben.

und wird nicht jede leidenschaft mit der zeit eintönig, wenn das ziel immer das gleiche bleibt?! heute ein marsriegel um 9, morgen ein knoppers um halb 10 und übermorgen mal kraftvoll um 6 in einen Apfel gebissen. toll!

und das ziel? naja. das bleibt wohl wirklich immer das gleiche: erster werden, sein und bleiben! wie langweilig...^^

mole_muc hat gesagt…

und wie geht der tagesablauf eines lokführers
gefahren :: gebremst :: gefahren :: gebremst
und am abend wieder da wo der morgen begann

oder der tageablauf eines yellowpress-schreiberlings
geschrieben gelesen vergessen

und als papst
gebetet verkündet und doch gestorben

und als dohörtie (oder heino oder bono oder holofernes)
immer dieselben lieder – tach ein tach aus
und nur machmal liebeslieder

aber mit überdimensionalem bewusstsein,
präziser feinmotorischer muskelsteuerung,
die kugel auf zwanzigzwanzig zu bringen
wow das ist cool, das ist erfüllung

Sally Cinnamon hat gesagt…

Natürlich ist das ganze Leben langweiliger Scheiß (wobei Pete schon sowas wie nen Ausweg aus der Monotonie kennt, auf Dauer jedoch schlecht für die Gesundheit)! Aber denkt doch mal nach: als Siebenkämpfer hat man jeden Wochentag was anderes vor! Und Drama!

Nadine Kleinerts Leistung wollte ich übrigens in keinem Moment schmälern! Auch ich habe die La Ola gemacht - aber nur die Arme in die Luft, nicht aufgestanden, ich war von Union & Becks noch zu geschwächt. Prioritäten und so ^^

Polly Pocket hat gesagt…

ich hätte gerne 2x überdimensionales bewusstsein, bitte! dafür würfe ich dann auch mal so ne metallkugel durch die gegend.

leben im olympia-stadion eigentlich regenwürmer? und fühlen die sich durch den ganzen trubel nicht gestört? DIE hätten dann ja grad definitiv ein aufregendes leben wobei ihnen sicher die übliche monotonie lieger wäre. sach ich jetzt mal so...

Sally Cinnamon hat gesagt…

Was heißt denn hier "werfen"??Stoßen, meine Liebe! Stoßen! Und ja, die Regenwürmer im Olympiastadion schätzen es ruhiger: gut, dass dort sonst nur die Hertha spielt!

Mal sehen, ob Dr. Müller Wohlfahrt in der Zwischenzeit mal überdimensionales Bewusstsein und einen klaren Kopf verschreiben kann...

Polly Pocket hat gesagt…

stoßen?! wie klingt denn das?! nene... also ich würde eine kugel maximal werfen. also wirklich...^^

Sally Cinnamon hat gesagt…

Wenn das so sit... Hm... Ich glaube, Du meinst Boccia, und das ist kein olympischer Sport, tut mir leid!

Polly Pocket hat gesagt…

nein. ich meine schon kugel stoßen. nur weigere ich mich, die kugel auch aktiv zu stoßen. so begrifflich jetzt. aussehen darf das genau so. muss es vermutlich auch. aber beggrifflich möchte ich mich davon distanzieren. jawohl!

Sally Cinnamon hat gesagt…

Entweder man nennt die Dinge beim Namen, oder man spielt Boccia. Punkt!

Polly Pocket hat gesagt…

mach was du willst! :P
ich sag kugel werfen und meine kugel stoßen... :D

es lebe die freiheit!

Sally Cinnamon hat gesagt…

Dieser Blog wird diktatorisch geführt, Freiheit findest Du aber am Kaffeeautomaten.

Polly Pocket hat gesagt…

Geil... KAFFEE OLEEE!

Anonym hat gesagt…

version en español ya!!!!!